Unglaubliches Comeback von Nicola Spirig: 8. Platz in Hamburg

09.07.2019

Nur zwölf Wochen nach der Geburt ihres dritten Kindes gelang Nicola Spirig ein aussergewöhnliches Comeback. Bei den ITU World Triathlon Series in Hamburg zeigte die Olympiasiegerin von 2012, was sie schon wieder drauf hat. Nach 750 Metern Schwimmen kam sie in der ersten Verfolgergruppe mit einem Rückstand von 24 Sekunden als 19. aus dem Wasser. Auf der Radstrecke über 21 Kilometer behauptete sich die Zürcherin danach in der Spitzengruppe. Beim abschliessenden Lauf über 5 Kilometer handelte sie sich einen Rückstand von 35 Sekunden ein, was am Schluss Rang 8 ergab. «Auf dem Rad war es schwierig, sehr technisch und wegen des Regens relativ gefährlich», sagte Spirig, die sich aufgrund der Sturzgefahr immer im vorderen Teil des Feldes aufhielt. Beim abschliessenden Lauf über 5 Kilometer stürzte sie dann doch noch kurz vor dem Ziel. «Aber vielleicht gab mir das die nötige Motivation, den achten Rang zu halten», so die dreifache Mutter. Sehr zufrieden lief sie schliesslich mit 35 Sekunden Rückstand als Achte ins Ziel.

Vor allem organisatorisch bedeutete das Rennwochenende in Hamburg für Spirig eine grosse Herausforderung. «Weil ich Alexis noch stille, war meine grösste Sorge, dass er während der Vorbereitung und des Rennens nicht hungrig ist. Ich musste also gut planen, wann ich ihn stillen konnte.»

Spirigs Mann Reto Hug passte in der Schweiz auf die Kinder Yannis (6) und Malea (2) auf und führte den «Kids Cup by Nicola Spirig» in Bülach durch. Deshalb begleiteten die Eltern Ursula und Sepp ihre Tochter Nicola nach Hamburg, um während der Rennen die Betreuung von Enkelsohn Alexis zu übernehmen. «Für mich bleibt es das Wichtigste, dass meine Kinder gesund und happy sind», sagte Spirig nach dem Einzelrennen, das sie im Vorfeld als eine Standortbestimmung bezeichnet hatte.

Olympia-Qualifikation so gut wie gesichert
Die sechsfache Europameisterin hat mit diesem Top-Ten-Resultat das wichtigste Qualifikations-Kriterium für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio schon erfüllt! Spirig muss sich noch unter den ersten 45 im bereinigten Olympia-Qualifikations-Ranking befinden, um ein weiteres Kriterium zu erfüllen. Momentan liegt sie dort auf Platz 22. «Ich bin nach diesem Wochenende sehr, sehr glücklich und wahnsinnig erleichtert! Ich kann nun die weiteren Wettkämpfe und das Training im Hinblick auf die Olympischen Spiele ideal planen, ohne Rücksicht auf die Qualifikation. Das ist ein grosser Vorteil.»

Das Ranking findet sich hier: https://www.triathlon.org/rankings/olympic_qualification/female  


Pech für das Mixed Relay Team

Kein Wettkampfglück war am nächsten Tag dem Schweizer Mixed Relay Team beschieden. Bis zum Einsatz von Nicola Spirig war das Schweizer Team so weit zurückgefallen, dass es trotz starker Leistung von Nicola später wegen Überrundung aus dem Wettkampf genommen werden musste.
Startathletin Jolanda Annen war in der zweiten Gruppe aus der Binnenalster gestiegen. Aber auf der Radstrecke hatte sie wieder Pech. Am Samstag war sie auf der regennassen Strasse gestürzt, im Teamwettkampf verlor sie auf den beiden Radrunden knapp zwei Minuten auf die Spitze. Andrea Salvisberg musste vom letzten Platz aus ins Rennen gehen. Spirig konnte im Schwimmen zwar noch Mexiko überholen. Doch das nützte nichts: Mexiko wurde wegen Überrundung schon kurz danach, die Schweiz und Südafrika wenig später auf dem Rad-Abschnitt, aus dem Rennen genommen. Der Schweizer Schlussathlet Sylvain Fridelance durfte somit nicht mehr ins Ziel laufen.

Die nächste Chance, Punkte für das Ranking für Tokio 2020 zu holen, bietet sich bereits in zwei Wochen in Edmonton (CAN). Die ersten sieben Nationen des Schlussklassements erhalten jeweils zwei Startplätze für Männer und Frauen. Gewertet werden bis Mai 2020 die besten fünf Ergebnisse aus zwei 12 Monate langen Perioden.

 

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Vor dem Wettkampf 
Nach dem Wettkampf
 

 

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